Fremdsprache lernen bedeutet in jedem Fall, sich mit etwas Unbekanntem und Neuem zu beschäftigen und auseinander zu setzen. In der Schule haben die meisten von uns eine Fremdsprache lernen müssen, aber bei vielen ist dies eben auch eine ganze Zeit lang her.

Menschen, die bereits eine oder auch mehrere Fremdsprachen beherrschen, so sagt man, tun sich beim Fremdsprache lernen insgesamt ein bisschen leichter. Aber: Ist da eigentlich überhaupt etwas Wahres dran?

Es gibt nämlich auch noch einen anderen Spruch, der besagt „Wenn wir eine zweite Fremdsprache lernen, vergessen wir die erste.“ Bedeutet das, dass wir, wenn wir eine neue Fremdsprache lernen, dies zwar schneller tun, dafür aber die andere(n) auch schneller wieder vergessen?

Wie immer – es kommt darauf an! Zum einen natürlich darauf, welche Fremdsprache wir lernen, zum anderen, wie fest die erst gelernte (noch) sitzt und wie oft diese angewendet wird. Zum zweiten aber auch darauf, ob die Sprachen miteinander verwandt sind.

Manchmal ist es auch so, dass die Kenntnisse der früher gelernten Sprache kurzfristig von der Bildfläche verschwinden beim Erlernen einer anderen Sprache, später aber durchaus wieder parat sind.

Wer sich als Kind in der Schule beim Fremdsprache lernen leicht tat, wird dies womöglich auch als Erwachsener noch tun – aber nicht, weil er die eine Sprache bereits kann, sondern weil er insgesamt sprachlich begabt ist.

Spanisch und italienisch beispielsweise sind einander sehr ähnlich. Jemand, der also zum Fremdsprache lernen italienisch ausgesucht hat und noch ein paar Grundlagen in spanisch aus der Schulzeit hat, tut sich vielleicht einerseits leichter, weil er den Klang der Sprache und die ähnliche Grammatik sowie das ähnliche Vokabular schon kennt.

Allerdings läuft er auch Gefahr, Vokabeln, die sich sehr ähneln, miteinander zu verwechseln, was dann beim Fremdsprache lernen wieder kontraproduktiv ist (weil er dann beispielsweise „zwei“ als „dos“ und nicht als „due“ bezeichnet“).

Wenn die Sprache, die man bereits vor längerer Zeit erworben hat, nicht mehr angewendet wird, ist sie beim Erlernen einer anderen Sprache zwar nicht unbedingt hilfreich, aber auch nicht hinderlich. Je besser man diese Sprache beherrscht hat, desto weniger wird man sie auch gänzlich vergessen.

Und ein gewisses Sprachniveau kann dann durchaus beim weiteren Fremdsprache lernen hilfreich sein, vor allem dann, wenn ähnliche Grammatikregeln gelten. Oft zitiert wird auch die Annahme, dass Latein beim Fremdsprache lernen helfen soll.

Allerdings wurde dies auch in Studien immer wieder widerlegt. Menschen, die sich beim Fremdsprache lernen leicht tun, tun dies bei Latein und auch bei anderen Sprachen – wobei man für Latein auch eine gewisse Logik benötigt und vor allem Ausdauer und Geduld durch die kniffelige Grammatik.

Jemand, der sich eher schwer tut beim Fremdsprache lernen, schafft Latein womöglich durch viel Pauken, lernt deswegen aber französisch auch nicht unbedingt schneller.

Hier treffen in jedem Fall noch mehrere Faktoren zusammen, ob eine bereits gelernte Sprache uns nun hilft beim Fremdsprache lernen oder eher nicht. Eines jedoch scheint klar zu sein: hinderlich beim Fremdsprache lernen sind bereits vorhandene Sprachkenntnisse auf jeden Fall nicht!


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